Teure SMS

Das Übermitteln von Kurznachrichten über SMS erfreut sich in Deutschland allergrößter Beliebtheit. So wurden nach Schätzungen des Hightech-Verbandes BITKOM alleine im Jahre 2007 rund 23 Milliarden SMS verschickt. Je nach Tarifvertrag kann das Simsen jedoch ganz schnell gehörig ins Geld gehen – gut, dass da das Internet kostenlose Alternativen anbietet. Manch vermeintlich kostenloses Angebot führt jedoch in eine teure Abo Falle.

Wer mithilfe von Google über den Suchbegriff „SMS kostenlos“ nach Angeboten zum kostenfreien Versand von Kurzmitteilungen sucht, bekommt zur Zeit rund 779.000 Suchergebnisse präsentiert.

Ergebnis der Google-Suche nach 'SMS kostenlos'
Ergebnis der Google-Suche nach „SMS kostenlos“

Über den Suchergebnissen prangt eine Anzeige, deren Link zu einer Website mit der Domain smsfun4free[dot]com verweist.

Der Betreiberin dieser Website, die in London registrierte »Meta Tools Limited«, weist auf ihren Seiten pflichtbewusst darauf hin, dass es sich bei den Diensten und Angeboten auf dieser Website keinesfalls um eigene Angebote handele und hier lediglich Links und Inhalte fremder Webseiten dargestellt würden. Die Verantwortung für die Webseiten und deren Inhalte trügen die jeweiligen Webseitenbetreiber/Diensteanbieter. Gleichwohl darf man wohl davon ausgehen, dass die »Meta Tools Limited« zumindest in nicht unwesentlichem Maße an den Einnahmen der verlinkten Websites partizipieren wird.

Von der Startseite der Website führen gleich drei Links zu Angeboten, die auf den ersten Blick den Gratis-Versand von SMS versprechen (im nachfolgenden Bild rot umrandet).

Drei Links führen zu Angeboten der Betreiberin 'Max Utilities Ltd.'
Drei Links führen zu Angeboten der Betreiberin »Max Utilities Ltd.«

Betreiberin der ähnlich aufgemachten Websites ist die »Max Utilities Ltd.« mit Sitz in Birmingham und Postanschrift in Flensburg. Alle Websites zielen darauf ab, mit dem Besucher der Seite einen Vertrag über eine Laufzeit von zwei Jahren abzuschließen. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 12 Euro und werden jährlich im voraus (144 Euro) fällig. Dafür erhält man die Möglichkeit, bis zu 100 SMS pro Monat „verbilligt“ zu versenden. Zusätzlich gibt es einmalig 100 Gratis-SMS. Das erfährt der Besucher freilich erst durch eingehendes Studium der AGB bzw. durch das „Kleingedruckte“, das sich in der Regel erst offenbart, wenn man bis zum Ende der Webseite scrollt.

Zum Lesen des 'Kleingedruckten' muss man ans Seitenende scrollen
Zum Lesen des „Kleingedruckten“ muss man ans Seitenende scrollen

Ob in es diesem konkreten Beispiel tatsächlich zu einem wirksamen Vertragsabschluss kommt ist zumindest fraglich. Ist ein Preishinweis an versteckter oder unerwarteter Stelle oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt, so kann dieser unwirksam sein, wenn naheliegend ist, dass der Preishinweis dem Verbraucher bewusst vorenthalten wurde. So entschied das AG München am 16.01.2007, AZ : 161 C 23695/06.

Sollten Sie sich durch dieses oder ähnliche Angebote getäuscht fühlen, so erhalten Sie Rat und Hilfe bei Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort.

Infos im Web:
Faltblatt „Erst durchblicken – dann anklicken“ >>>
Kurzmerkblatt der eCommerce-Verbindungsstelle >>>
Ausführliches Merkblatt der eCommerce-Verbindungsstelle >>>

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Eine Reaktion zu “Teure SMS”

  1. sporty

    der bericht is ja etwas her, aber wooow …so viel?? ein glück gibt es ja heut zu tage viber, whatsapp, etc xD

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